Vogau - Die ehemalige Gemeinde im Leibnitzer Feld

In der Steiermark, mit nur 35 km Distanz zur Landeshauptstadt Graz, lag die autonome Gemeinde Vogau als eine der Mitgliedsgemeinden des südsteirischen Weinlandes. Im Jahr 2015 fand eine Zusammenlegung gemäß der Gemeindestrukturreform statt und zusammen mit den Gemeinden Straß, Obervogau und Spielfeld ging der ehemalige Ort mit 1115 Einwohner in dem neuen Zusammenschluss Straß-Spielfeld auf. Dieser Beschluss ist nun endgültig, da ebenfalls der Einspruch beim Verfassungsgerichtshof in Wien negativ beantwortet wurde.

Die Geschichte von Vogau

Archäologische Ausgrabungen weisen auf die Besiedlung des Leibnitzer Feldes in der Jungsteinzeit hin. In Vogau selbst handelt es sich zwar nur um ein Indiz in Form eines Steinwerkzeuges, aber der entsprechende Fundort wäre passend für eine Siedlung aus der Epoche 2000 bis 3000 vor Christus. Eine Besiedlung während der Römerzeit konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden. Im Jahr 1945, rund um das Ende des zweiten Weltkrieges, wurden die Überreste eines Weilers entdeckt. Eine weiteres Gebäude aus der Römerzeit, eine Villa, wurde nahe der Grenze zu Straß im Jahr 1877 ausgegraben. Damit gehörte Vogau eindeutig zum Einzugsgebiet der römischen Kolonie Flavia Solva. Slowenische Einflüsse lassen sich kaum im Überschwemmungsgebiet von Vogau feststellen. Die deutsche Einwanderung startete rund um das Jahr 1130, nachdem der König von Ungarn diverse Bündnisse, unter anderem mit dem Erzbischof von Salzburg, geschlossen hatte. Dies ebnete auch dem Christentum und damit der Kirche von Sankt Veit am Vogau den Weg, welche im Jahr 1194 in einer Urkunde Erwähnung findet. Die Geschichte wurde im weiteren Verlauf erneut von den Ungarn geprägt. Im Jahr 1418 jedoch eher im negativen Sinne, durch einen Einfall aus dem Osten und einer folgenden Dezimierung des kleinen Ortes. In den kommenden Jahrhunderten musste die Gemeinde weiteren Prüfungen Stand halten, wie der Pest und weiteren Feldzügen. Insgesamt 52 Gemeindemitglieder erlagen im ersten und zweiten Weltkrieg den Schrecken der Schlachten. Die starke Verbindung von Vogau, Straß und Ehrenhausen Die Geschichte von Vogau lässt sich schwerlich ohne die Nachbargemeinden Straß und Ehrenhausen erzählen. Das Herrschaftsgebiet des Hauses Eggenberg schloss die Dörfer Untervogau und Obervogau mit ein. Im frühen 17. Jahrhundert lag eine Richtstätte des Landesgerichtes Straß in Vogau. Das Herrschaftsgebiet von Ehrenhausen umfasste über die Jahrhunderte ebenfalls mehrere Besitzungen in dem Gebiet der ehemals autonomen Gemeinde in der Südsteiermark.

Das Gült Untervogau

Aus dem Jahre des Herren 1629 stammen die ersten Aufzeichnungen betreffend dieses Gült. Zu dieser Zeit erwarb der Bischof von Lavant das Schloß Racknitz auf dem entsprechenden Gebiet. In weiterer Folge fanden mehrere Besitzwechsel durch Erwerb oder Erbschaft statt. Im Frühling des Jahres 1743 erfolgte der Zusammenschluss des Gült „unter Voga“ mit den Besitztümern von Straß. Verschiedene Herrschaften über die Gebiete Vogau Im Mittelalter rund um das 12. und 13. Jahrhundert gehörten alle Grundherren zum Adel oder zum Klerus. Die Verwaltung erfolgte über die Bauern und herbeigerufene, deutsche Kolonisten. Im Zuge diverser Aufteilungen erhielten unter anderem Wulfing von Treunstein, Cristoff Galler, Weikhard von Polhaim oder Andre Galler bestimmte Besitztümer gegen unterschiedliche Lehensgebühren vom Bischof von Seckau. Selbst noch im 17. Jahrhundert war es üblich, dass die Bewohner für Heirat, Berufswahl oder Wahl des Wohnortes das Einverständnis der Landesherren einholen mussten. Zum Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Zerstückelung der Huben (Flächenmaßeinheit) genehmigt und so änderte sich die Gesellschaftsstruktur. Um das Jahr 1820 herum gab es in Untervogau mehrere Keuschler und andere Stände: Im Jahr 1822 bezog sich der ganze Getreidezehent von „Vogau Unter“ auf folgende Aufzeichnungen:

Vogau als selbstständige Gemeinde

Zur autonomen Gemeinde wurde Untervogau im Jahre 1850 erhoben. Die vollkommene Autonomie wurde jedoch nur schrittweise erreicht. So gehörte Untervogau zwischen 1872 und 1885 zu Straß und selbst in den Jahren später gingen die Bewohner dieses Gebietes in Straß zur Schule und befanden sich kirchlich im Einflussgebiet von St. Veit, denn Untervogau war nur als Katastralgemeine abgegliedert. Die Ortschaft war der Gerichtsbarkeit von Leibnitz untergeordnet. Die Umbenennung zu Vogau vollzog sich am 1. September 1969.

Das Wappen und die Wirtschaft

Das Wappen von Vogau wurde der Gemeinde vom Staate Österreich im Jahr 1974 verliehen und bezeugt die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft in dem Ort mit der durchlaufenden Bundesstraße. Durch die Anbindung an die A9 hat sich das wirtschaftliche Bild jedoch leicht geändert. Der Weinanbau in der Umgebung hat zwar immer noch einen hohen Stellenwert (Vinofaktur), aber ebenso größere Baufirmen sind in Vogau angesiedelt.

Die Infrastruktur von Vogau

Vogau dient durch die geographische Lage als guter Ausgangspunkt für die Erkundung der steirischen Weinstraße. Neben dieser hervorragenden Anbindung an das Umland der Steiermark befinden sich in Vogau ebenfalls ein Fußballplatz, ein Volleyballplatz und ausgebaute Tennisanlagen. Für die Naherholung dient der Aupark in der Nähe des Zentrums der Gemeinde.
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http://www.leibnitzonline.at
http://www.ffvogau.at/
http://www.vinofaktur.at/